• Weizmann Institut, Israel (Schweizer Gesellschaft der Freunde des Weizmann Institute of Science)
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Geschichte des Weizmann Instituts

Die Anfänge des Weizmann-Instituts gehen auf das Daniel Sieff-Forschungsinstitut zurück, das 1934 von Israel und Rebecca Sieff aus London in Gedenken an ihren Sohn Daniel gestiftet worden war. Die Initiative zur Gründung des Instituts ging von Dr. Chaim Weizmann aus. Er war die treibende Kraft hinter der wissenschaftlichen Arbeit am Sieff-Institut und sein erster Präsident, ein renommierter Chemiker und über Jahre ein Anführer der Zionistenbewegung, bis er später der erste Präsident des Staates Israel wurde.

1944 wurde mit Einverständnis der Familie Sieff beschlossen, das Sieff-Institut zum einer großangelegten Forschungseinrichtung zu machen, die nach Dr. Chaim Weizmann benannt werden solle. 1949 wurde das Institut aus Anlass seines 75. Geburtstages eingeweiht. In den 50er Jahren verfügte das Institut 13 Gebäude, hatte 600 Mitarbeiter und ein Budget von vier Millionen US-Dollar.

Das Weizmann-Institut – Entdeckungen und Erfindungen

1954 WEIZAC, einer der ersten Computer der Welt, wurde am Weizmann-Institut entworfen, gebaut und 1954 fertig gestellt. Im Jahr 2007 wurde dieses Ereignis in den USA von der Vereinigung der Elektroingenieure IEEE als ein Meilenstein in der Geschichte der Computer anerkannt.
1956 Prof. Leo Sachs und seine Kollegen am Weizmann-Institut veröffentlichen eine Arbeit die zur Entwicklung der Amniocentese führte, diese Art der Fruchtwasseruntersuchung wird heute verwendet, um genetische Veränderungen bei der Entwicklung des menschlichen Fötus zu erkennen.
1957 Eine Gruppe von Weizmann-Wissenschaftlern beteiligt sich an dem Forschungsprojekt, das die Existenz der Gluonen beweist – die Teilchen, welche für die stärkste Kraft in der Natur ausüben: die Kraft, die den Kern eines Atoms zusammenhält. Die Arbeit wird am PETRA Teilchenbeschleuniger am Deutsches Elektronen Synchrotron (DESY) in Hamburg durchgeführt.
1983 Einer der wichtigsten Tumor unterdrückenden Gene, das p53, wird von einem Wissenschaftler des Weizmann-Instituts, Prof. Moshe Oren, geklont. Defekte Gene dieser Art werden in mehr als der Hälfte aller Krebsarten des Menschen nachgewiesen.
1993 Der erste Leukämie-Patient wird erfolgreich mit einer Knochenmark-Transplantation eines eigentlich unpassenden Spenders behandelt. Die Methode dafür wurde von Prof. Yair Reisner entwicklet.
  Die Professoren Joel Sussman und Israel Silman entdecken die molekulare räumliche Struktur des Enzyms Acetylcholinesterase (AChE). Das Enzym zersetzt Acetylcholine, welches als Neurotransmitter bekannt ist und Impule zwischen den Nerven und zu den Muskeln überträgt. Diese Erkentnisse sind für die Erforschung der Alzheimer-Krankheit von Bedeutung.
1997 Copaxone, ein Medikament zur Behandlung von Multipler Sklerose, das am Weizmann-Institut entwickelt wurde, erhält die Zulassung der US-Arzneimittelbehörde.
2000 Prof. Ada Yonath, Forscherin am Weizmann-Institut, kristallisiert und dechiffriert zusammen mit Kollegen des Max-Planck-Instituts die Struktur des Ribosoms, der Protein-Fabrik einer Zelle. Die Erkenntnis hilft die genaue Wirkweise antibiotischer Medikamente zu klären und könnte die Entwicklung verbesserter Antibiotika ermöglichen, insbesondere für den Einsatz gegen medikamentenresistente Bakterien.
2003 Eine nicht invasive Diagnosemethode, die von Prof. Hadassa Degani am Weizmann-Institut entwickelt wurde, erhält die Zulassung der US-Arzneimittelbehörde in der Diagnose von Brust- und Prostatakrebs. Die Methode basiert auf der Magnetresonanztomographie MRT und könnte die Zahl invasiver Eingriffe reduzieren.
2006 Dr. Eran Segal entdeckt, dass die Information zur Positionierung der Nukleosome – ein Komplex aus DNA und Histonen – in den Genen selbst enthalten ist. Die Entdeckung könnte bei der Entwicklung von Gentherapien hilfreich sein.
2008 Einem Team von Weizmann-Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Dan Tawfik gelingt die Herstellung künstlicher Enzyme, die sich in einem Reagenzglas "entwicklen". Wie in einem Aufsatz der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht, erhöhen die Enzyme ihre Reaktionsgeschwindigkeit um ein Millionenfaches. Diese Errungenschaft öffnet der Entwicklung einer ganzen Reihe potenzieller Anwendungen in Medizin und Industrie die Tür.
  Prof. Moty Heiblum leitet eine Gruppe Weizmann-Physiker, die erstmals die Existenz von "Quasipartikeln" nachweisen, die ein Viertel der Ladung eines Elektrons besitzen. Diese Entdeckung könnte ein erster Schritt bei der Entwicklung neuartiger Quanten-Computer sein, die sehr leistungsfähig und dennoch hochstabil arbeiten könnten.
2009 Prof. Ada Yonath vom Weizmann-Institut und zwei Kollegen erhalten für ihre Arbeiten zur Erforschung der Ribbosome (siehe 2008) den Nobelpreis für Chemie.

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